Investition in die Zukunft
Anschluss an Gasmarkt
Stockelsdorf/Curau - Gas ist ein äußerst flüchtiges Gut. Eine Energiequelle, die Haushalte zunehmend teurer zu stehen kommt. Nicht ganz so gebeutelt wie in anderen Teilen der Republik sind die Gasverbraucher in Stockelsdorf. Weil die Gemeindewerke Stockelsdorf GmbH sich auf einen vielversprechenden Weg bei der Versorgung der Haushalte mit diesem Energieträger gemacht haben und die Wärmequelle zu sehr günstigen Konditionen anbieten.
Jüngstes Vorhaben des GmbH-Geschäftsführers Winfried Dietrich ist der Bau der neuen Übergabestation bei Curau. Von den sich dabei ergebenden wirtschaftlichen Vorteilen wollen inzwischen auch andere Gemeindewerke profitieren. Die Idee ist so schlicht wie bestechend: Mit der Übergabestation, die mit einem Finanzaufwand von 800 000 Euro gebaut wird, "docken" die Gemeindewerke an die regionale Versorgungsleitung der BEB an, eines überregionalen Betreibers von Rohrnetzen, die bei Sarkwitz endet.
Dietrich: "Damit haben wir sozusagen den direkten Zugriff auf den Gasmarkt." Egal, ob die Gemeindewerke über ihren Bezugspartner EEG Gas preisgünstig aus Norwegen, Russland oder in den Niederlanden einkaufen: Über die in Norddeutschland verlegten BEB-Leitungen gelangt es nach Stockelsdorf und kann dort, auf einem Acker bei Curau, abgezapft werden. Zu den günstigen von der EEG für die 4000 Haushalte der Großgemeinde ausgehandelten Preisen.
Von dieser eher simplen Innovation versprechen sich nun auch andere kommunale Energieversorger Vorteile. Dietrich nennt wegen der laufenden Vertragsverhandlungen keine Namen. Aber so viel sickerte durch: Selbst der Bau von bis zu 20 Kilometer langen Anschlussleitungen zur Übergabestation scheint sich zu rechnen. Weiterer Vorteil für die Stockelsdorfer: Sie könnten sich die Investitionskosten mit den neuen Partnern teilen, müssten das Investment nicht allein tragen.
Nach Angaben des Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung der Gemeindewerke GmbH, Andreas Gurth, war kalkuliert worden, dass sich die 800 000 Euro-Investition in Curau in etwa 15 Jahren amortisiert haben würde. Und: "Würden sich andere Nutzer dort anschließen wollen, könnten wir das Investment in rund fünf Jahren abgehakt haben."
Quelle: Lübecker Nachrichten, 13.12.2007
Den Artikel können Sie sich HIER herunterladen